Sperrungen Steinschlaggefahr Zitadelle Mainz 3
Sperrungen wg. Steinschlaggefahr Zitadelle Mainz

Die Zitadelle – am Rande der Mainzer Altstadt gelegen – ist für viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch für zahlreiche Touristinnen und Touristen ein Blick- und Anziehungspunkt.
Die Zitadelle ist zugleich eines der bedeutendsten Denkmäler in Mainz und nimmt als Teil der stärksten Bundesfestung in der Geschichte Deutschlands eine außergewöhnliche Stellung ein.
Sie ist eine der wenigen erhaltenen neuzeitlichen Zitadellen in der Bundesrepublik. Seit Jahrzehnten ist die Zitadelle gleich zeitig ein Ort der Jugend und bietet Raum für eine einmalige Veranstaltungskultur mit dem Mainzer „Open Ohr Festival“.

 

Zur Geschichte

Bereits die Römer wussten die herausragende Lage der Anhöhe zu schätzen und errichteten hier ihrem Feldherrn Drusus ein Ehrenmal, dessen Kern noch heute als Drususstein auf dem Zitadellengelände erhalten ist. Seit 1055 wurde die Anhöhe von einem Benediktinerkloster besiedelt, das dem heiligen Jakobus geweiht war. Der Ausbau des Jakobsbergs zur wehrhaften Festung begann 1620 unter Kurfürst Johann Schweickhard von Kronberg. Der eigentliche Ausbau der heutigen Zitadelle begann 1655 unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn.

Die Ausgangslage

Die Zitadelle steckt seit Jahrzehnten in einer Zwickmühle und wird aufgerieben zwischen den Interessen des Denkmalschutzes und denen des Naturschutzes. Nach dem Zweiten Weltrieg hinterließ die Französische Besatzung die Zitadelle in einem sehr guten, gepflegten Zustand. Danach überließ man das Bauwerk der Natur, die mit Wildwuchs Besitz davon ergriff:

 

 

Die folgenden Bilder zeigen, dass der Mauerbewuchs nicht genug bekämpft wird. Die massiven Schädigungen der unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteile schreitet ungehindert fort und teils massive Wurzelwerke zerstören unaufhaltsam unwiderbringliches Kulturgut an der Zitadelle in Mainz. Zum wiederholten Mal fallen Teile der historischen Mauern in sich zusammen.

Ursache dafür sind Pflanzen, die sich in den Fugen der Mauern einnisten und deren Wurzeln schleichend die Mauern absprengen. Auch befinden sich einige problematische Bäume auf den Mauern, deren Wurzeln die denkmalgschützten Befestigungsanlagen zersprengen.

 

 

Die Kosten für die späteren Notrettungen liegen erheblich über dem, was eine regelmäßige Befreiung der Mauern von dem zerstörenden Bewuchs kosten würde.

 

Der Sanierungsbedarf der Mauern wurde 2005 auf rund acht Millionen Euro geschätzt. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass sich dieser Betrag mindestens verdoppelt hat – auf rund 16 bis 20 Millionen Euro. Passiert ist bis heute nichts. Die Schäden nehmen zu, erste Mauern brechen bereits ein und zerstören dadurch das, was der Denkmalschutz eigentlich zu bewahren hat:

 

Zwar wurde der Mauerteil wieder aufgebaut, aber die ursprüngliche Struktur der Mauer konnte nicht erhalten bleiben. Man sieht und wird auf alle Ewigkeit sehen, dass dieser Mauerteil nicht orginal ist. Vergleichen Sie einfach mal den unteren, schon wieder aufgebauten Teil des Bildes mit den oberen ursprünglichen Mauerteilen. Eine Narbe im Denkmalschutz, die nie wieder verheilen wird.

 

Auswirkungen auf die Sicherheit von Veranstaltungen und Besuchern

Die einstürzenden Mauern aber auch herabfallende Teile der Mauer, die z.B. von Baumwurzeln abgesprengt werden, gefährden die Sicherheit von Besuchern und Veranstaltungen.

Aufgrund der akuten Gefährdungslage wurden die Mauern 2015 begutachtet, um die von ihnen ausgehende Gefährdung für vorbeilaufende Mainzer Bürger einschätzen zu können:

Sperrung wg. Untersuchung Steinschlaggefahr

 

Das traurige Ergebnis stand schnell fest: Insbesondere aufgrund von Baumbewuchs und nicht abfließendem Wasser auf den Befestigungswällen, drohen weitere Mauerteile herabzustürzen. Daher  musste z.B. der bei Jugendlichen sehr beliebte und häufig frequentierte Sportbereich an der Windmühlenstraße für längere Zeit komplett gesperrt werden, da für die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte:

 

Sperrung wg. Steinschlaggefahr durch abgesprengte Wandteile
Sperrung des Sportfeldes wg. Steinschlaggefahr durch abgesprengte Wandteile

Die Notlösung

 

Unser dringender Appell

Die Zitadelle muss gerettet werden. An vielen Stellen besteht Einsturzgefahr. Absperrmaßnahmen sind erforderlich. Die Wälle müssen von Wurzelwerk und Bäumen befreit werden.

Wir kämpfen für ein Baudenkmal

Wir kämpfen für ein Stück Stadtgeschichte.
Wir kämpfen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes.
Wir appellieren dringend, den Weg freizumachen, damit die Bäume entfernt werden können, die als Wildwuchs in und auf den Mauern das denkmalgeschützte Bauwerk zerstören. Das geschichtsträchtige, für den Charakter der Festungsstadt so bedeutende Symbol der Zitadelle Mainz ist einmalig.

Retten wir gemeinsam unsere Burg auf dem Jakobsberg.

 

Der Weg zur Rettung der Zitadelle

Das Wurzelwerk muss mit den Bäumen aus den Mauern beseitigt werden. Die Forderung nach Ersatzbepflanzung ist aus Sicht der Denkmalpfleger unberechtigt und treibt lediglich die Kosten in die Höhe. Diese Forderung ist aufzugeben, da sie die Sanierung praktisch unbezahlbar macht.
Nach der Befreiung des Denkmals vom Wildwuchs können interessierte Bürger auf ehrenamtlicher Basis wieder aktiv an die Rettung der Festungsmauern gehen und es wird sich eine für die Festung typische Flora und Fauna ergeben, wie es fast überall in Deutschland inzwischen gelungen ist.

Im Anschluss soll auch der Festungsgraben als Teil des Grüngürtels der Stadt Mainz wieder zu einem Erholungsgebiet für die Mainzer Bürger werden.

Die Zitadelle ist ein einmaliges Baudenkmal:
– sie ist ein Symbol der Festungsstadt Mainz,
– sie ist ein ausbaufähiger, touristischer Anziehungspunkt und
– sie sollte Mitglied der Forte Cultura werden – der europäischen Kulturroute und Erlebniswelt Festungsmonumente

 

Über aktuelle Entwicklungen zum Zustand der Zitadelle können Sie sich hier informieren: