Eröffnung „Tag des offenen Denkmals“/ Gutachten zum Zustand der Zitadelle

Tausende Besucher feierten bei schönstem Wetter in den historischen Mauern. Das Zitadellenfest war ein voller Erfolg. Genau diese Mauern sind jedoch gefährdet, der Zerfall schreitet stetig voran. Im Rahmen der Eröffnung des landesweiten „Tag des offenen Denkmals“, die in diesem Jahr auf der Zitadelle stattfand, wurde der Zustand angesprochen. „Ein Zeichen dafür, dass die Probleme erkannt und Lösungen jetzt notwendig sind“, sagt Kay-Uwe Schreiber, 1. Vorsitzender der Initiative Zitadelle Mainz e.V.

„Neben einer denkmalfachlichen Bewertung, wird es Aufgabe der staatlichen Denkmalpflege sein, Reparaturfähigkeit und Methoden der Sicherung und Instandsetzung für die gebotene und sinnvolle Nutzung, gemeinsam mit Experten zu überprüfen“, sicherte Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in seiner Eröffnungsrede zu. „Historische Gebäude und Anlagen geben unserem Land ein unverwechselbares Gesicht. Das ist ein Engagement, das sich lohnt.“

Dr. Ing. Markus Fritz-von Preuschen (GDKE) fasste das Gutachten eines Statikbüros zusammen. Zu Problemen führe vor allem bis zu einem halben Meter ausgewaschene Fugen, die Steinschläge und Teileinstürze verursachen können. Im Zitadellengraben sei das bereits passiert. Auch durch ältere, zu dichte Zementverfugungen entstünden Schäden an den Festungsmauern. Gestautes Wasser friere im Winter und sprenge das Gestein ab. „Pflanzenbewuchs und nicht sachgemäße Wartung tragen außerdem zu Schäden bei. Teilweise verhindert Efeu die Einsicht und somit die Möglichkeit, Zustand und Sicherheit überhaupt zu bewerten“ erklärte Fritz-von Preuschen. Schutznetze wurden an verschiedenen Stellen angebracht, um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen. „Dringende Empfehlung des statischen Gutachtens, ist die Gesamtinstandsetzung der Festungsmauern.“

Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Stadt Mainz spricht die Diskrepanzen zwischen Denkmal- und Naturschutz an. Aus der gemeinsamen Arbeit mit Umweltamt und Naturschutzbund seien in den vergangenen Monaten Lösungen entstanden, die in Kürze verkündet würden. „Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit durch die Eröffnung des ‚Tag des offenen Denkmals’, denn die brauchen wir als Argument für die Bedeutung der Zitadelle und für unser zukünftiges Handeln“ betonte Grosse.

Vor der Eröffnung des Zitadellenfests, ging auch Schreiber auf seine Vorredner ein: „Wir brauchen noch viel Geld von Stadt und Land, damit Teile der Zitadelle wieder erneuert werden können. Das größte Flächendenkmal der Stadt Mainz hat mit zehn Hektar Platz für beide Fraktionen, den Denkmalschutz und den Naturschutz“ appelliert er an die Beteiligten. „Ein funktionierendes Miteinander ist wichtig, um gemeinsam den Erhalt der Zitadelle zu sichern. Lassen Sie uns ab 2017 zusammen durchstarten.“ Die Eröffnungsrede nutzte Schreiber außerdem, um sich bei dem Organisations-Team des Zitadellenfests, Yvonne Wuttke, Christian Stapf und Elmar Neuroth, zu bedanken.

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Foto (von links):

Kay-Uwe Schreiber (1. Vorsitzender der Initiative Zitadelle Mainz e.V.), Prof. Dr. Konrad Wolf (Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur), Marianne Grosse (Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur), Jürgen Häfner, (Geschäftsführer Lotto Rheinland-Pfalz), Thomas Metz (Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz), Dr. Ing. Markus Fritz-von Preuschen (Gebietsreferent GDKE).