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Presseerklärung der IZM zum Standort der Wohungslosenhilfe auf der Zitadelle Mainz
Die Initiative Zitadelle Mainz (IZM) sieht den Vorschlag des Sozial-, Bau- und Kulturdezernats der Stadt Mainz, die Pfarrer-Landvogt-Hilfe e.V. für Wohnungslose auf der Zitadelle Mainz anzusiedeln, sehr kritisch. Laut Kay-Uwe Schreiber, Vorsitzender der IZM, steht dieser Vorschlag im Gegensatz zum Auftrag der Stadt Mainz, das flächenmäßig größte Kulturdenkmal der Stadt Mainz dem Auftrag des Kulturerbes entsprechend zu entwickeln und zu schützen.
„Wenn man sich die Zitadellen anderer Städte ansieht, z.B. Erfurt, Kronach, Berlin-Spandau, Bitche, dann wurden diese Standorte in den letzten Jahren zu Juwelen der Kultur und des Tourismus entwickelt. Die Stadt Mainz hat hier ohnehin Nachholbedarf, nachdem die Zitadelle für Jahre in einen Dornröschenschlaf gefallen war und erst in den letzten 10 Jahren wieder langsam zum Leben erweckt wurde.“ Hauptsächlich aufgrund des Einsatzes der auf der Zitadelle ansässigen Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) und der zu eben diesem Zweck 2004 gegründeten Initiative Zitadelle Mainz hat sich der Standort in den letzten Jahren weg von einer reinen Verwaltungsnutzung zu einem attraktiven Anziehungspunkt für die Mainzer und das Umland entwickelt. Das alljährlich im Rahmen des Tages des Offenen Denkmals stattfindende Zitadellenfest ist mittlerweile mit mehr als 10.000 Besuchern zur größten Veranstaltung in diesem Rahmen geworden. Die Open Air Theateraufführungen im August erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das Zitadellen Café, das stadthistorische Museum und das Garnisonsmuseum – alles Ansätze, Familien und Kulturinteressierte für diesen Standort zu gewinnen.
Wenn jetzt der Vorschlag, die Pfarrer-Landvogt-Hilfe e.V. an diesem Standort anzusiedeln, innerhalb von nur drei Wochen beschlossen wurde, so läuft dies nach Ansicht der IZM allen bisherigen Bemühungen um einen attraktiven Kulturstandort – festgeschrieben im Zitadellenentwicklungskonzept der Stadt Mainz vertreten durch die Gebäudewirtschaft Mainz – zuwider. Und das obwohl eine solche Eile eigentlich nicht geboten ist und weder die GWM noch die IZM in den Findungsprozess involviert waren. Der IZM ist es wichtig, gemeinsam mit den zuständigen Dezernaten diesen Vorschlag nochmals gegen andere Möglichkeiten abzuwägen und so vielleicht gemeinsam doch noch zu einem besseren Standort und einem konsensfähigen Konzept zu kommen.
Dipl. Ing. Kay-Uwe Schreiber
Vorsitzender IZM
31.03.2010