Seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Zitadelle mit ihrem Innenhof als Gefangenenlager für 300 – 400 französische und russische Soldaten und Offiziere verwendet.
Bei Fluchtversuchen ertappte Gefangene mussten in diesem Raum ihre Arrestzeiten verbringen. Ihre Zeit nutzten die Soldaten, indem Sie z.B. Namen, Daten oder ihre Einheiten in die Steine der Wände ritzten:

 

Gefängnis-11

Gefängnis-6

Wenige der Einritzungen sind bisher analysiert.

Gut belegt ist hingegen die Herkunft dieser Einritzung:Raynal

Sylvain Eugéne Raynal diente freiwillig für die französischen Truppen in der Schlacht von Verdun als Kommandant des Fort de Vaux, welches am 7. Juni 1916 durch Belagerung aufgrund von Wassermangel zur Aufgabe gezwungen wurde.
Daraufhin wurde er hier ab dem 11. Juni 1916 bis zum 5. November 1917 gefangen gehalten.
Im Jahr 1920 kehrte er nach Mainz zurück und war später Stadtkommandant im Osteiner Hof.

 


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