Das 16. Zitadellenfest am 8. September zum Tag des offenen Denkmals war abermals ein gern besuchtes Ziel für den Sonntagsausflug in Mainz. Unter die zahlreichen Gäste mischten sich dieses Jahr zum ersten Mal Uniformierte und Zivilisten, deren Kleidung aus der Zeit gefallen zu sein schien. Die Légion de Mayence mit Gästen u.a. aus dem Saarland stellten das Soldatenleben von 1814 nach, als die französichen Truppen geschlagen nach der Völkerschlacht in Leipzig dezimiert und oftmals krank nach Westen zogen. Damals war Mayence die östlichste Stadt Frankreichs. Authentizität stand dabei an höchster Stelle. Geschlafen wurde auf Stroh in Jutezelten im Rahmen eines Biwaks. Regelmäßig wurde über die Zitadelle marschiert, so dass die Besucher Gelegenheit hatten, sich über die Zeit und die Kleidung zu informieren.

Viele Fragen und interessierte Blicke zogen auch die Old- und Youngtimer auf sich, die wieder auf der Zitadellenwiese und während der Parade zu bestaunen waren. Nicht minder groß war das Interesse an den über 15 Führungen in der Zitadelle, im Stadthistorisches Museum, im Garnisonsmuseum und im Römischen Bühnentheater. Einige Führungen, wie zum Beispiel die zu den neuen Erkenntnissen der Bauforschung auf der Zitadelle, dauerten doppelt so lange wie ursprünglich geplant. Die Teilnehmer hatten so viele Nachfragen, berichtet Kay-Uwe Schreiber (1. Vorsitzender der Initiative Zitadelle Mainz e.V.)

Bei herzhaften und süßen Speisen sowie leckerem Wein und Bier genossen die Besucher das Bühnenprogramm mit JAMMIN‘ COOL und der „GMO Big Band“ des Gymnasiums Mainz-Oberstadt, während die Kinder sich handwerklich beim Töpfern und Bearbeiten von Steinen ausprobieren durften. Sportlich konnte man sich bei der Spielgemeinschaft Freie Mainzer! beim Boule-Spiel betätigen. Informativ wurde es rund um die Stände von PEN Gutenberg-Team Mainz, UNICEF-Arbeitsgruppe Mainz, Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. und NABU e.V.