Unterirdische Gänge Bastion Drusus

Unterirdische Gänge Bastion Drusus

Der größte der unterirdischen Gänge der Bastion Drusus wird Eskarpengalerie genannt, da dieser direkt hinter der Grabenmauer verläuft (Eskarpe, franz., innere Grabenböschung von Festungen und Schanzen). Die Galerie ist teilweise bis zu 2 Meter hoch und läuft komplett unterirdisch die Mauer der Bastion entlang.

Eine Besonderheit fällt auf: Entlang des kompletten Gangs sind fast 200 nach hinten abgeschrägte Schlitze in der Wand, die wie Schießscharten aussehen, aber außen durch das Blendmauerwerk verschlossen sind. Aktuelle Theorien gehen davon aus, dass die Schlitze die Mauer in unterschiedliche Segmente unterteilen sollten, so dass bei einem Beschuss durch Feinde nur einzelne Teile und nicht die gesamte Mauer eingestürzt wären. Des Weiteren wird den Schlitzen, die so nur in ganz wenigen, ebenfalls zum Herrschaftsbereich der von Kronbergs gehörenden Bauwerken zu beobachten sind, eine Lüftungsfunktion zugesprochen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die unterirdischen Festungsgänge der Zitadelle während der Luftangriffen der Allierten auf Mainz als Luftschutzräume (LSR) genutzt. Einige alte Beschriftungen an den Wänden erinnern noch heute daran und können während der Führungen betrachtet werden:

In den unterirdischen Gängen finden sich einige sog. Spolien (lat. spolia [= Abgezogenes, Beute, Raubgut]). Dies sind (meist römische) Steine, die aus anderen Bauwerken oder Ruinen stammen und in Neubauten wiederverwendet oder für eine anderweitige Nutzung umgewandelt wurden. Während der Führungen sind einige der Spolien speziell angestrahlt, so dass diese gut zu finden sind.