Viele Jahre hat die Initiative Zitadelle Mainz (IZM) für die dringend notwendige Sanierung der Mauern des größten Flächendenkmals in Mainz gekämpft. Denn durch eindringendes Wasser und sich ausbreitende Wurzeln zwischen Kernmauerwerk und Verblendsteinen sind viele Stellen an der Zitadellenmauer instabil geworden. Zur vorübergehenden Sicherung vor herausfallenden Steinen hat die Stadt ein Dratnetz am Mauerabschnitt Windmühlenstraße spannen lassen. Im Jahr 2019 wurde dann mit den Arbeiten an den 2,2 km langen Mauern begonnen und ein Teilstück entlang des Zitadellenweges ist bereits fertig. Im Zitadellengraben werden Arbeiten an Spitze der Bastion Drusus und gegenüber an der Contregard ausgeführt. Und zur Zeit laufen die letzten Arbeiten am nächsten Teilstück im Bereich des Spiel- und Bolzplatzes in der Windmühlenstraße.

Eigentlich hätte die Sanierung des Teilstücks bereits Ende 2019 nach einem Jahr beendet sein sollen. Ein in Vergessenheit geratener Großbrand vor rund 150 Jahren führte aber dazu, dass die Steine durch die große Hitze porös geworden sind und den Spezialisten in der Hand zerfielen. Damals standen auf der Fläche vor der Mauer mehrere Gebäude, von denen vermutlich eins oder mehrere in Brand gerieten. Ein Aquarell zeigt die frühere Bebauung.

Nun musste dieser gesamte Abschnitt von unten neu gemauert werden. Die dafür notwendigen, behauenen Steine, die auch dem Denkmalschutz entsprechen, konnten durch den glücklichen Umstand von Baumaßnahmen am Hartenbergpark aus dem dort abgetragenen Material entnommen werden. 90 laufende Meter Mauer bzw. 600 Tonnen Stein wurden so ersetzt. Bei der Sanierung wird auch immer an den Naturschutz gedacht und Lücken bzw. Hohlräume in die Mauer eingelassen, die Vögeln und Fledermäusen als Zuflucht dienen. Die Mauersanierung geht weiter und es sind Mittel im Mainzer Haushalt bis zum Jahr 2026 eingestellt.