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Historische Festungsmeile am Tag des offenen Denkmals

Vieles ist noch immer anders in diesem Jahr: anstelle des traditionellen Zitadellenfests organisiert die Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM)
am 12. September 2021 von 11.00 bis 18.00 Uhr
eine Corona konforme Veranstaltung entlang des Zitadellenwegs zwischen Kommandantenbau und Römischen Bühnentheater. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, alle Aktiven der Zitadelle in diese Aktion wieder mit einzubinden“, sagt Kay-Uwe Schreiber, IZM-Vorsitzender.

Die Initiative Zitadelle Mainz

In diesem Jahr wird in der Sonderausstellung am Zitadellenweg die Telegrafenlinie Metz-Mainz wiederbelebt. Die 22. Station war bis 1813 auf dem Drususstein und ist danach in den Turm der Stephanskirche umgezogen.
Um 14.00 und 16.00 Uhr wird jeweils eine Kurzführung angeboten, in denen zur Geschichte und Gegenwart informiert wird. Treffpunkt ist vor der Kulturei.

Die Kulturei – Kulturei meets Gutenberg

Die Förderorganisationen des Gutenberg-Museums sind zu Gast in der Kulturei – mit einer Handabzugspresse, an der mit einer Spende für das Museum gedruckt werden kann. Außerdem zeigt die Ausstellung „Die Pracht der Gutenberg-Bibel“ Höhepunkte mittelalterlicher Buchmalerei. Die Gutenberg-Bibel war das erste in der neuen Technik Gutenbergs gedruckte Buch und gilt als eines der schönsten Werke der Druckgeschichte. In der Kulturei sehen Sie kunstvolle Reproduktionen einzelner Seiten – einmalig und nur für einen Tag!

Museen

Mit dabei sind Garnisonsmuseum und Stadthistorisches Museum. Diese begrüßen die Gäste bei freiem Eintritt in der Zeit von 11 bis 17 Uhr. Im Stadthistorischen Museum ist neben der Dauerausstellung die aktuelle Sonderschau „Neue Blicke auf das Römische Mainz, eine Ausstellung mit Bildern und Rekonstruktionen von André Brauch“ zu sehen. Das Stadthistorische Museum wird an diesem Tag außerdem mit einem Bücher- und Informationstisch an der Kulturei vertreten sein.

Römisches Bühnentheater

Erstmals eröffnet das Dezernat für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Stadt Mainz den Info-Container oberhalb des Römischen Theaters, in dem über das Römische Theater, den Drususstein und die Zitadelle informiert wird. Die Initiative Römisches Mainz e.V. (IRM) wird mit einem Info-Stand vertreten sein und um 12.00, 14.00 und 16.00 Uhr Führungen im Römischen Theater anbieten. Das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) wird ebenfalls mit einem Info-Stand vertreten sein und um 13.00 und 15.00 Uhr Kinderführungen zum Römischen Theater durchführen.

Der Verein Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

Informiert an einem Info-Stand über seine gemeinnützige Arbeit, zum Beispiel im Arztmobil oder der Medizinischen Ambulanz ohne Grenzen.

Essen und Trinken

Geboten werden neben französischem Crêpes, der Festungskartoffel mit Gulaschsuppe auch Kaffee und Süßes. Eigens gebrautes Zitadellen-Bier und rheinhessischer Wein runden die Kulinarik ab.

Musik

Zur Eröffnung spielt das Mainzer Jazz und Blues Trio „The Hot Fountains“, die uns auch über den Tag begleiten. Inspiriert von Gypsy und New Orleans Jazz interpretieren die drei Musiker Max Härtel (Gesang, Gitarre), Tobias Dolle (Trompete) und Charly Härtel (Kontrabass) mit viel Spielfreude alte Swing-Klassiker und Evergreens und haben damit noch jedes Beim zum mitwippen gebracht.

Für eine Corona entsprechende Durchführung der Festungsmeile sorgt der Veranstalter und stellt u.a. ein Wachhäuschen am Zitadellenweg auf.

Zwei Konzertabende auf der Zitadellen-Wiese bei freiem Eintritt

Die Kooperation von Initiative Zitadelle Mainz e.V. & Die Kulturei präsentiert am Freitag, 06.08.2021 von 19.00 Uhr – 21.00 Uhr und Samstag, 07.08.2021 von 19.00 Uhr – 21.00 Uhr auf der Zitadellen-Wiese bei freiem Eintritt zwei Konzertabende unter dem Motto „Sinforma & Friends Klassik Open Air Zitadelle Mainz“

Das SinfOrMa e.V. ist das einzige Orchester in Mainz, das von Studierenden gegründet wurde und bis heute auch von Studierenden geleitet und organisiert wird. Seit 10 Jahren ist es fester Bestandteil der Mainzer Kulturlandschaft und erreicht mit seinen Konzerten Zuhörer*innen aller Altersklassen. Mitspielen kann dabei Jede*r – egal ob Student*in, Schüler*in, Azubi oder berufstätig.

Für „Kultur verbindet – Zitadelle Live“ in dieser besonderen Situation werden die Musiker*innen in ungewohnter Weise nicht in einem großen Orchester zusammenspielen, sondern mal nach Instrumentengruppen getrennt und mal bunt gemischt in kleineren Ensembles auftreten. Ebenso bunt wird das Programm von Mozart über Dvořák bis hin zu den Pirates of the Carribean gestaltet, das die Zuhörerschaft auf eine abwechslungsreiche musikalische Abenteuerreise führt – und das ganz ohne Flugticket.

„Wir freuen uns auf zwei interessante Abende mit 30 jungen Musiker*innen, um diesen besonderen Ort mit klassischen Klängen zu erfüllen“ sind sich Yvonne Wuttke und Kay-Uwe Schreiber einig. Die Zahl der Gäste wird die dann gültige Corona-Verordnung vorgeben.

SinfOrMa – Sinfonisches Orchester Mainz

www.facebook.com/SinfOrMa

www.sinforma.de

Informationen zu den Veranstaltungen bei Facebook

Freitag, 06.08.2021

Samstag, 07.08.2021

Mauererneuerung – Eine Geschichte mit Zukunft

Die zentrale Aufgabe der Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM) ist gemäß Satzung „die Sanierung der Festungsmauern, Gräben und Wälle, die Beseitigung von mauersprengendem Bewuchs und die Gestaltung der Grünanlagen, die den Blick auf die Stadt Mainz freigeben“. Aufgrund dieser Fülle von Aufgaben, die erhebliche finanzielle Mittel erfordern, kommt uns die sogenannte „Projektentwicklung“ zu. Nach vielen Gesprächen mit Fachbehörden, Politik und auch innerhalb des Vereins in den Jahren 2015/2016 gab die Stadt Mainz als Eigentümerin gutachterliche Stellungnahmen für ihr ältestes und größtes Flächendenkmal in Auftrag, um aufbauend auf den Ergebnissen des 2008 von der Bundesstiftung Umwelt (DBU) mitfinanzierten Pilotprojekts „Ökologische Mauersanierung“ zu tragfähigen, das heißt umsetzungsfähigen Kompromissen zwischen Denkmal- und Naturschutz bei der Mauererneuerung zu kommen.

Dabei ist dem Team um Prof. Rainer Drewello von der Universität Bamberg in Verbindung mit den Ingenieuren des Büros Barthel & Maus und dem Biologen Thomas Merz eine zentrale Rolle zugefallen. Neben den fachlichen Aspekten, die aufgrund der interdisziplinären Zusammensetzung umfassend bearbeitet wurden, spielen auch die politischen Vorgaben eine wichtige Rolle. Den beiden Beigeordneten der Stadt Mainz, Katrin Eder (Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr) und Marianne Grosse (Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur), ist es danach gelungen, die kommunalen Vertreter*Innen von Denkmal- und Naturschutz an einen Tisch zu bringen. Als erste Maßnahme wurde entschieden, die Traverse von 1670 an der Bastionsspitze Germanicus denkmal- und naturschutzfachlich zu erneuern. Nach den Vorbereitungen in 2017 wurden die aufwändigen Arbeiten in 2018 ausgeführt. Im Herbst konnte das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Von geschützten Vegetationsinseln aus sollen sich Moose und Flechten zukünftig wieder ausbreiten.

Durch Freistellen der Bastionsspitze wurde eine Besonderheit wiederentdeckt: das ehemals alle Bastionsspitzen und -schultern der Zitadelle schmückende Bossenquader, ein architektonisches Gliederungselement, das nur dort erhalten geblieben ist, weil es Jahrhunderte durch die grabenabschließende Mauer geschützt wurde.

Im Januar 2019 wurden Farce und Flanke der Bastion Germanicus und ein Teilstück der Zitadellenmauer an der Windmühlenstraße eingerüstet. Im genannten Abschnitt am Windmühlenweg hat vor allem ein auf der Wallspitze stehender Ahorn dafür gesorgt, dass dieser Bereich zuerst angegangen wurde. Nach vorsichtigem Abnehmen der Deckschale hat sich das ganze Ausmaß des Schadens gezeigt. Mehr als eine Tonne Wurzelwerk, das sich zwischen Kern- und Verblendmauerwerk ausgebreitet hatte, musste ausgebaut werden. Danach wurde die Deckschale wieder fachgerecht aufgemauert.
Am Teilabschnitt Windmühlenstraße war durch die statischen Untersuchungen im Dezember 2015 ebenfalls deutlich geworden, dass nach Anbringen des Drahtgeflechts als Sofortmaßnahme größere Schäden zu erwarten sind. Und leider kam es noch schlimmer. Wie sich in der Analyse gezeigt hat, geht die Ursache viele Jahrzehnte zurück, als die Gebäude, die an diesem Bereich an die Zitadellenmauer angebaut waren, abgebrannt sind. Die dadurch entstandene Hitze hat sowohl das Fugenmaterial als auch die Steine selbst geschädigt.

Neben diesen beiden Baustellen wird auch im südöstlichen Teil des Zitadellengrabens gearbeitet. Dort sind Mitarbeiter der Zitadellen-Bauhütte aktiv. Damit ist unserer zentralen Forderung nach fortlaufender Instandsetzung der Zitadellenmauern entsprochen worden. Mittlerweile konnten drei Steinmetz- und Maurermeister bei der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) angestellt werden, die sowohl die Bastionsspitze Drusus als auch die gegenüberliegende Contregarde mit weiteren Fachkräften kundig erneuern.

Die Arbeiten werden durch Koordinierungssitzungen begleitet, in der kommunale wie übergeordnete Fachämter als auch Vertreter des Naturschutzbunds (NABU) und der Initiative Zitadelle Mainz (IZM) vertreten sind. Eine wichtige Festlegung verspricht sowohl für Denkmal- als auch Naturschutz von Bedeutung zu sein: Der mittlere Weg im südöstlichen Teil des Grabens soll aufgegeben und auf die beiden Seiten verlegt werden. Damit wäre sichergestellt, dass Wartungswege entlang von Escarpen- und Contreescarpenmauern entstehen können, die von jeglichem mauersprengenden Bewuchs freigehalten werden. Für den Umweltschutz wäre es auch von Vorteil, wenn die Innenzone nicht zerstückelt wird, sondern für Flora und Fauna eine Schutzzone ausgebildet werden kann. Zudem wird die Besonnung von größeren Teilen der Zitadellenmauern zu größerer Artenvielfalt führen.